Beziehung Nr. 18 / Marie Anhofer

 

Beziehung Nr. 18 ist die autobiografische Geschichte von Marie Anhofer die in eine so starke Abhängigkeit zu einem Mann geraten ist, dass ihre gesamte Existenz zerstört wurde.
Sie ist 30 Jahre alt als ihr langjähriger Lebenspartner überraschend stirbt und sie mit ihrem neunjährigen Sohn alleine zurücklässt.
Nach fünf Jahren Einsamkeit und um sich von ihrer Trauer abzulenken, beginnt sie im Internet zu chatten und wird sofort von einem Mann “angeflüstert”. Es dauert nicht lange und sie wird süchtig nach diesen “Gesprächen” und Mark weiß es geschickt, sie emotional unter Druck zu setzten.
Sein Lebensziel ist es unter 40 Jahren zu heiraten und Kinder zu bekommen. Nachdem 17 seiner Beziehungen gescheitert sind, und ohne dass sie sich jemals gesehen haben, gibt er vor in Marie seine Traumfrau gefunden zu haben.
Bald beschließen sie zusammen zu ziehen und Marie sagt ein Jobangebot ab, dass sie finanziell abgesichert hätte, weil ihr neuer Wohnort zu weit von ihrer neue Arbeitsstelle entfernt gewesen wäre. Sie schickt ihren Sohn alleine zu dem Mann, den sie noch nie gesehen hat, damit sie sich kennen lernen können und lässt sich dazu überreden der Internetliebe die Vormundschaft zu übertragen.
Immer wieder kommen Marie Zweifel, sie lässt ihr Herz sprechen und schaltet den Verstand ganz aus. Beim lesen musste ich oft den Kopf schütteln und hätte Marie am liebsten an den Schultern gepackt und sie einmal richtig geschüttelt. Ich dachte !Wie kann man so dumm und verantwortungslos sein?”
Je weiter sie von Mark manipuliert wurde, desto mehr Mitgefühl hatte ich dann aber für sie und es hat sich eine große Wut auf Mark angesammelt. Nachdem er sie dazu gebracht ihre Wohnung zu kündigen, war sie für ich nicht mehr interessant und als er noch von ihrem Geheimnis erfahren hat, war die Beziehung zu Ende. Marie hatte alles verloren und musste sich komplett erniedrigen um die Existenz für sich und ihren Sohn zu sichern und selbst dann hat sie noch auf eine Versöhnung gehofft.
Ich hatte nie Verständnis für solche Frauen die sich bis aufs Mark erniedrigen lassen, jeder muss doch einen Funken Selbstachtung und Selbstvertrauen in sich haben. Meine Meinung war meist dass sie einfach zu dumm sind um zu bemerken in was sie da hineingeraten. Aber dumm war Marie keineswegs, sie hat immer wieder klar erkannt wie sie manipuliert wird und zaghafte Einsprüche ihrerseits wurden immer wieder abgeschmettert. War es die Angst vor der Einsamkeit?
Sie hat wohl auch nie gelernt sich wert zu schätzen, den sie wurde in einer Pflegefamilie groß, in der sie aufs übelste misshandelt wurde.
All dies hat mich meine Meinung ändern lassen, zumindest kann ich nun, nach ihrer offenen und schonungslosen Beichte, Verständnis und Mitgefühl für solche Frauen aufbringen.
Ich danke Marie für dieses Buch, das sich flüssig hat lesen lassen und mich in seinen Bann gezogen hat. Ich wünsche ihr für die Zukunft alles Gute, und dass sie irgendwann in der Lage ist, ein unbeschwertes Leben zu führen.
Mit Sicherheit werde ich noch ihr Buch “Rabenvieh” lesen, indem sie über ihre Kindheit bei der Pflegefamilie berichtet.

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