Totensonntag / Andreas Föhr ***

Nachdem ich von “Der Prinzessinnenmörder” begeistert war, habe ich mich sehr auf “Totensonntag” gefreut und bin etwas enttäuscht.
Kommissar Kreuthner soll den mehrfach vorbestraften Thomas Nissl in seiner Arrestzelle bewachen, geht aber statt dessen lieber mit ihm auf Sauftour. Aus Angst für längere Zeit hinter Gitter zu wandern begeht Nissl auf dem Rückweg Selbstmord. Zuvor hat er aber noch von einem Sarg unter einer Kapelle erzählt.
Als die Beamten der Geschichte auf den Grund gehen, finden sie dort die Leiche einer jungen Frau, die in den letzten Kriegstagen erschossen wurde.
Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Zum einen 1992 während der Ermittlungen, und zum anderen 1945 in den letzten Kriegstagen.
Richtig fesseln konnte mich nur die Erzählung aus der Vergangenheit. Man konnte die Angst der Gefangenen förmlich spüren.
Die Ermittlungen und was sich Kreuthner dabei gedacht hat, waren zum Teil so überzogen das es schon kitschig wurde. So ein Kommissar würde im wirklichen Polizeidienst keine Woche arbeiten dürfen. Seine Eskapaden haben mich zwar hin und wieder schmunzeln lassen, dies gehört für mich aber nicht in einen Kriminalroman.
Einzig der junge Kommissar Wallner ist ein ernst zu nehmender Ermittler.
Hätte mich der Handlungsstrang um die letzten Kriegstage nicht so gefesselt und berührt, hätte ich das Buch wahrscheinlich zur Seite gelegt.

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