Jakobs Mantel / Eva Weaver *****

INHALT
Mika lebt zusammen mit seiner Mutter und mit seinem Großvater Jakob in Warschau. Als die Maßnahmen gegen die Juden immer größere Ausmaße annehmen lässt sich Jakob von einem Schneider seinen Mantel mit vielen geheimen Taschen ausstatten und versteckt darin alles was ihm wichtig ist.
Nur kurz darauf muss die Familie ins Getto in eine kleine Wohnung ziehen. Dort verbringt der Großvater täglich Stunden im Abstellraum und keiner weiß was er dort macht.
Bei einem Spaziergang mit Mika wird Jakob erschossen und Mika bleibt nur der Mantel von seinem Großvater. Tage später sperrt Mika den Abstellraum auf und entdeckt darin eine Werkstatt mit vielen Puppen, die Jakob gebastelt hat und beginnt zunächst zu Hause kleine Puppenspiele zu entwerfen, dabei ist der Prinz die Lieblingspuppe.
Es dauert nicht lange bis es sich im Getto herumspricht und Mika immer öfter gebeten wird für andere zu spielen.
Bei einer Kontrolle durch Max, einen deutschen Soldaten, kann er sich nur retten wenn er sich bereit erklärt für die Deutschen Stücke zu spielen um sie aufzuheitern.

MEINUNG
Dieses Buch ist das beste Buch das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Eva Weaver schreibt in einer sehr bildhaften und emotionalen Sprache, ohne jemals kitschig oder rührselig zu werden.
Eingeteilt ist das Buch in drei Teile. Im ersten erzählt Mika aus der Zeit des Gettos. Inmitten von Terror, Angst, Hunger, Deportationen und Tod riskiert Mika sein Leben um etwas Freude zu geben und die Menschen von ihrem Schicksal abzulenken..
Im zweiten Teil berichtet Max von seiner Zeit im Straflager in Sibirien und seiner anschließenden Flucht, bis sich, im dritten Teil, der Kreis schließt.
Ich habe schon viel über den Holocaust gelesen, fand alles schrecklich und verurteilenswert, aber noch nie hat es ein Sachbuch geschafft mich so tief zu berühren. Auch wenn diese Geschichte, die so jederzeit hätte passieren können, fiktiv ist, der wahre Hintergrund bleibt und sollte niemals in Vergessenheit geraten.
Der Autorin ist es gelungen ein Stück Geschichte zu schreiben ohne zu werten. Ich bin der Meinung dass dieses Buch in jedem Geschichtsunterricht zur Pflichtlektüre gehören müsste damit Schüler die Zeit durch die Augen Mikas sehen und erleben könnten.
Ich lese sehr viel und lasse mich in andere Welten entführen und nur die wenigsten Bücher schaffen es, mich auch nach dem lesen noch mit der Handlung zu beschäftigen. Mika hat mich an die Hand genommen und ich gehe jeden Abend vor dem einschlafen mit ihm durch die Straßen Warschaus.
Aus diesem Grund ist eine 5 Sterne Bewertung viel zu niedrig und nur zu gerne würde ich die Sterne verdoppeln um diesem Erstlingswerk gerecht zu werden.

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