Die Königin der Orchard Street / Susan Jane Gilman ****

 

 

Das Buch ist in drei Teile untergliedert. Im ersten Teil erleben wir die kleine Malka wie sie mit ihrer Familie vor den Kosaken flieht und nach Afrika zu einem Onkel auswandern möchten. Zunächst landen sie in einem Auffanglager in Hamburg und dort schwärmen alle von Amerika, wo Milch und Honig fließen sollen. Melkas Vater tauscht heimlich die Schiffspassagen für Afrika in Karten für Amerika um und freut sich auf den Reichtum der die Familie dort erwartet.
Dieser Wunsch erfüllt sich natürlich nicht und sie leben in bitterer Armut, sogar die kleine Milka, noch nicht mal fünf Jahre alt, muss selbst für ihren Unterhalt sorgen.
Eines Tages verschwindet der Vater spurlos und die kleine Melka wird von einem Pferdewagen angefahren und schwer verletzt. Der Kutscher, Mr. Dinello bringt sie in eine Klinik und nimmt sie später in seiner Familie auf, da mittlerweile auch die Mutter verschwunden ist.
Die Dinellos produzieren und verkaufen Eis und die kleine Melka muss schwer mitarbeiten, findet aber Gefallen daran.
Im zweiten Teil verlässt Malka mit ihrem Mann die Dinellos und baut sich selbst ein Eisimperium auf.
Im dritten Teil stirbt ihr Mann und sie zieht sich immer weiter aus dem Geschäft zurück, das nun ihr Sohn führt.
Besonders der erste Teil hat mir sehr gut gefallen und er hat mich berührt. Man konnte sich das Leben in Armut richtig vorstellen und hat mit den Kindern mitgelitten die im frühsten Kindesalter schon schwer arbeiten mussten.
Die anderen Teile fand ich interessant, man hat erfahren auf welche Weise früher Eis hergestellt wurde und musste immer wieder staunen wie gerissen Melka war um an ihr Ziel zu kommen.
Es gibt immer kurze Abschnitte in der Gegenwart und wenn Melka beginnt aus ihrer Vergangenheit zu erzählen, spricht sie den Leser direkt mit „meine Schätzchen“ an.
Etwas gestört haben mich die vielen Begriffe auf Jiddisch, die besonders im ersten Teil vorgekommen sind und die leider nicht übersetzt oder erklärt wurden., sie haben aber das Verständnis der Geschichte nicht gestört.
Alles in allem ein sehr interessantes Buch dass das alte Amerika wieder hat aufleben lassen.

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