Insel der blauen Gletscher / Christine Kabus 3,5/5

„Insel der blauen Gletscher“ ist nach „Im Land der weiten Fjorde“ und „Töchter des Nordlichts“ der dritte Norwegenroman der Autorin. Die Geschichte wird in zwei verschiedenen Zeiten erzählt. In der Gegenwart wird Hanna von ihrem Mann verlassen und steigt wieder in ihren alten Beruf der Reisereporterin ein. Sie soll eine Reportage über Spitzbergen schreiben und trifft dort auf Käre, der ihr bei den Recherchen behilflich ist.
In der Vergangenheit lernen wir 1907 Emilie kennen, die sich für ihren Bruder Max ausgibt, sich als Mann verkleidet und für ihn auf eine Forschungsreise nach Spitzbergen fährt.
Wie auch in ihren anderen Romanen ist der Schreibstil wieder sehr flüssig und bildhaft, beim Lesen hat man direkt einen Film vor Augen und lebt mit den Figuren mit. Alle Protagonisten sind liebenswert gezeichnet und haben Tiefe.
Ich möchte gar nicht wissen wie viel Recherchearbeit in diesem Buch steckt, so genau ist alles beschrieben und wird vieles erklärt. Ehrlich gesagt hätte ich hier und da ein wenig weniger wissen müssen, es hat sich Stellenweise gelesen wie ein Sachbuch.
Die Geschichte um Emilie hat mir wesentlich besser gefallen als der Teil aus der Gegenwart, den ich, gerade zu Beginn, für sehr unglaubwürdig gehalten habe.
> Frau wird unerwartet vom Mann verlassen, sucht am nächsten Tag einen Job und bekommt ihn natürlich. Nur zwei Tage später reist sie ab und verliebt sich in den ersten Menschen der ihr dort begegnet. <
Das war mir dann doch etwas zu sehr konstruiert.
Zunächst haben beide Geschichten, außer dem Ort, nichts miteinander zu tun. Wie bei ihren anderen Romanen wird aber am Ende alles zusammengeführt. Der letzte Teil wurde leider etwas zu schnell abgehandelt.
Insgesamt habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt und ich werde mit Sicherheit auch wieder das nächste Buch von Christine Kabus lesen.

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