Meine Trauer traut sich was / Andrea Riedinger *****

In ihrem Buch beschreibt Andrea Riedinger wie ihr Mann im Alter von nur 34 Jahren an einem Hirntumor erkrankte und nur wenige Monate später daran gestorben ist.
Krankheit, Tod und Trauer sind in unserer Gesellschaft ein Tabu Thema über das nicht gerne geredet wird. Die Autorin beschreibt wie Menschen damit umgehen und wie allein gelassen sie sich damit gefühlt hat. Gerne wird einmal die Straßenseite gewechselt nur damit man einem Gespräch und der Auseinandersetzung mit der Trauer aus dem Weg gehen kann. Wie verletzend dies für Betroffene ist, können Nichtbetroffene nur erahnen.
Sie geht ehrlich mit dem Thema um, ohne jemals sentimental zu werden.
Trauer muss sein, man darf sich aber nicht von ihr lähmen lassen und sollte versuchen sich ein neues, eigenständiges Leben aufzubauen. Auch wenn „Das Leben geht immer weiter“ nur eine Floskel ist, im Kern ist die Aussage richtig. Man darf nicht nur in der Vergangenheit weiterleben.
Sie macht auch deutlich dass man in Extremsituationen lernen muss Hilfe anzunehmen weil man sonst wie gefangen in einem Hamsterrad existiert, aber nicht mehr wirklich lebt.
In Kursivschrift gibt es immer wieder Rückblenden aus der Vergangenheit in denen sie ihre Gefühle und Gedanken beschreibt, die sie während der Erkrankung ihres Mannes hatte. Die Passagen lockern das Buch auf und verdeutlichen ihre Anregungen die sie ansonsten gibt.
Das Buch ist nicht nur eine Hilfe für Betroffene, Nein, ich halte es auch für sehr wichtig, das gerade Nichtbetroffene es lesen um damit nachzuempfinden, wie es Menschen in Krisen geht und sie somit besser verstehen können.
Sehr schön finde ich auch dass sie, zusammen mit ihrer Tochter, einen Weg gefunden hat, den Papa nicht vergessen zu lassen, und das diese Rückblicke nicht von Trauer geprägt sind.

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