Töchter des Nordlichts – Christine Kabus ******

 

“Töchter des Nordlichts” ist ein wundervoller Roman der die Leser mit auf eine Reise nach Norwegen nimmt. Christine Kabus erzählt uns die Geschichte von Nora, die in der Gegenwart spielt, und die Geschichte von Ainu ca. 100 Jahre zuvor.
Nora kennt ihren Vater nicht und begibt sich mit ihrer Mutter Bente auf eine Reise nach Nord Norwegen, auf die Suche nach ihren Wurzeln.
Nach über 30 Jahren sieht Bente ihren Bruder wieder, mit dem sie keinen Kontakt mehr hatte seit sie, mit Nora schwanger, die Heimat verlassen hat. Ihr Liebhaber hatte sie damals einfach sitzen gelassen.
Zum ersten Mal lernt Nora ihre Familie samischen Ursprungs kennen, und Bente erfährt, das es durch eine Intrige ihres Vaters dazu gekommen ist, das Anok sie verlassen hat.
1915 ist die kleine Ainu mit ihrer Familie und deren Rentierherde in der Finnmark auf der Wanderung zu ihrem Sommerplatz. Plötzlich kommen norwegische Beamte und nehmen Ainu mit um sie in ein Internat zu bringen, in dem sie zu einem ordentlichen norwegischen Bürger erzogen werden soll.
Dort spielen sich schlimme Szenen ab und Ainu versucht zu fliehen, wird aber erwischt und in ein anderes Internat gebracht, wo eine Flucht unmöglich ist.
Erst Jahre später hat sie das große Glück von liebevollen Menschen adoptiert zu werden. In ihrer neuen Heimat wird ihre wahre Herkunft verheimlicht, damit sie nicht wieder ausgegrenzt wird.
Ainu verliebt sich, wird schwanger und dann holt sie ihre Vergangenheit wieder ein. Von ihrem Freund verstoßen, geht sie zurück in ihre alte Heimat und erfährt dort schreckliche Dinge.
Der Autorin ist ein wunderschöner Roman gelungen, der mich auf eine Reise nach Norwegen entführt hat. Die Kapitel über Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich ab und beide Zeiten haben sich gut lesen lassen. Besonders gefangen genommen hat mich aber der Teil um Ainu aus der Vergangenheit. Die kleine habe ich sofort in mein Herz geschlossen und habe mit ihr gelitten. Durch ihre Geschichte habe ich vieles über diese Minderheit in Norwegen kennen gelernt und war ganz überrascht das es in einem modernen Europa zu solchen Verfolgungen kommen konnte und welche Auswirkungen dies für viele Familien hatte.
Es gibt herrliche Landschaftsbeschreibungen und Eindrücke über das Leben im rauen Norden, sowie zahlreiche Sagen die noch heute von den alten Völkern, verwurzelt in ihren Traditionen, erzählt werden.
Für dieses wunderschöne Buch kann ich nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Ich selbst bin schon ein wenig traurig das die Geschichte schon zu Ende ist.

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