Meinen Hass bekommt ihr nicht / Antoine Leiris


Antoine passt zu Hause auf seinen 17 Monate alten Sohn Melvil auf während seine Frau das Konzert in Bataclan besucht. Zuerst bekommt er nur am Rande in den Nachrichten mit was geschehen ist. Als er es voll erfasst, versucht er mehrfach seine Frau zu erreichen und nachdem mehrere Verwandte eintreffen um sich um seinen Sohn zu kümmern, fährt er auf der Suche nach ihr, los.
Wieder zu Hause beginnt er auf Facebook seine Gedanken und Gefühle zu posten, die mich jetzt beim Lesen sehr bewegt haben.
So schreibt er z. b. auf Seite 60:
„Ihr wollt das ich Angst habe, dass ich meine Mitbürger misstrauisch beobachte, das ich meine Freiheit der Sicherheit opfere, Verloren. Der Spieler ist noch im Spiel.
Ich habe sie heute Morgen endlich gesehen. Nach Nächten und Tagen des Wartens. Sie war genauso schön wie am Freitagabend, als sie ausging, genauso schön wie damals, als ich mich vor mehr als zwölf Jahren unsterblich in sie verliebte. Zugegeben, der Kummer zerreißt mich, diesen kleinen Sieg habt ihr errungen, aber er wird von kurzer Dauer sein. Ich weiß, dass sie jeden Tag bei uns sein wird und dass wir uns in jenem Paradies der freien Seelen wiederbegegnen werden, zu dem ihr niemals Zutritt haben werdet.“
„………und sein ganzes Leben lang wird dieser kleine Junge euch beleidigen, weil er glücklich und frei ist. Dann nein, auch seinen Hass bekommt ihr nicht.“
Ich denke dieser Ausschnitt sagt mehr als tausend Worte. Ein sehr berührendes und ehrliches Buch das teilweise nur schwer auszuhalten ist.

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