Die Unzerbrechliche / Michelle Knight


Familie Knight lebt mit ihren drei Kindern lange Zeit im Auto bis sie in ein verwahrlostes Haus einziehen. Dort leben dann bis zu 15 Familienangehörige unter einem Dach. Besonders schwer hat es die kleine Michelle getroffen denn sie wird ab ihrem 5. Lebensjahr von einem Onkel mehrmals die Woche missbraucht. Nach mehreren Jahren Martyrium flieht sie aus dem Elternhaus und lebt lange Zeit auf der Straße bis sie durch Zufall von ihrem Vater wieder aufgegriffen und zurück ins Elternhaus gebracht wird.
Sie wird schwanger, bekommt einen Sohn und bekommt ihn vom Jugendamt abgenommen weil er vom Onkel misshandelt wurde. Auf dem Weg zu einer Anhörung vor Gericht bietet ihr der Vater einer Schulfreundin an sie zu fahren und ab da beginnt für sie die Hölle. Er sperrt sie für elf Jahre ihres Lebens in seinem Haus ein, vergewaltigt sie täglich mehrfach und misshandelt sie aufs schlimmste. Fünf Mal wird sie in dieser Zeit schwanger und er treibt ihr das Kind jedes Mal aufs brutalste ab.
Nach zwei Jahren ihrer Gefangenschaft entführt das Monster noch zwei weitere Mädchen, die er ebenso lange gefangen hält bis eine von ihr die Flucht gelingt und alle befreit werden können.
Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und die Seiten fliegen nur so dahin. Man ist gefesselt von den Grausamkeiten und möchte immer wissen was sie noch alles ertragen muss, gleichzeitig würde man aber das Buch gerne aus der Hans legen weil man es kaum ertragen kann was Michelle geschieht.
Ab gut der Hälfte des Buches stehen immer wieder Original Auszüge aus ihrem Tagebuch das sie während ihrer Gefangenschaft geschrieben hat.
„Ich möchte meine Heimkehr feiern, nicht meine Beerdigung. Es gibt noch so viel was ich sagen und machen möchte. Das leben ist zu kurz, um es nicht richtig zu leben…. Von heute an werde ich als Gute annehmen und das Böse verfluchen. Ich habe genug Böses für mein ganzes Leben gesehen. Ich will ein gutes Leben ohne Sorgen. Ich möchte mit seelenguten Menschen zusammen sein, Menschen mit einem meilenweiten lächeln und genug Liebe für alle Ewigkeit. Ich möchte ein Zuhause das ich mein Eigen nennen kann, kein Gefängnis. Ich bin vielleicht resigniert und am Boden, aber ich werde wieder hochkommen, mich gerade machen, den Kopf hoch tragen, mit ungebrochenem Stolz .Ich will diesen Alptraum überleben, mit meinem Herzen in mir, und ohne dass man mir die Seele stiehlt. Ich will, das ich das alles ohne Narben hinter mir lassen kann.“
Dieser Auszug zeigt welch Stärke in Michelle liegt und dies wird auch in ihrem Nachwort noch einmal ganz deutlich, so dass man vor dieser Frau, die heute anderen Opfern hilft, nur den Hut ziehen kann und die mich tief beeindruckt hat.

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