Nur ein halbes Herz / Debbie Wyrich

Debbie lebt mit Mann und Sohn in Südafrika als ihr zweites Kind, Daniel, anscheinend gesund zur Welt kommt, doch schon am nächsten Tag stellt sich heraus dass Daniel nur ein halbes Herz hat.
Debbie erzählt uns den Lebensweg ihres schwer kranken Kindes, das eine OP nach der anderen über sich ergehen lassen muss und der Leser erfährt auch einiges über das schwierige ungerechte System in Südafrika. So werden z.B. nur 70% einer OP bezahlt, der Rest muss selbst aufgebracht werden und nach einer Scheidung erhält der das Sorgerecht der arbeiten geht und eine eigene Krankenversicherung hat.
Der Vater kümmert sich immer weniger um die Belange der Familie, so bleibt der größte Teil von Daniels Betreuung an der Mutter hängen, die sich immer wieder um Spenden für die nächste OP kümmern muss und nebenbei auch noch eine Selbsthilfegruppe gründet.
Anfangs habe ich Debbie noch für eine starke Frau gehalten, dies hat sich aber beim weiterlesen geändert. Negatives wird ausgebreitet und positive Dinge werden nur einmal kurz in einem Satz angesprochen, was dazu führt das allgemein eine sehr traurige, beinahe depressive Stimmung verbreitet wird.
Mir ist es so vorgekommen als wolle sie sich nur ihren ganzen Kummer von der Seele schreiben und ich habe Lösungsansätze und Tipps vermisst. So hat sie zum Beispiel geschrieben, dass sie bei einer Grillparty wertvolle Tipps von einer ebenfalls Betroffenen erhalten hat, welche Tipps das waren, darüber wurde kein Wort verloren. Genauso wenig haben wir über ihre gegründete Selbsthilfegruppe erfahren und ob diese noch besteht.
Viele ihrer Handlungen waren für mich absolut nicht nachvollziehbar, was aber jeder für sich entscheiden muss. Ich möchte der Autorin auch bestimmt nicht zu nahe treten, für mich ist es sehr gut nachvollziehbar wie sie um ihr Kind gebangt hat und dies noch immer tut. Nur helfen kann das niemandem, da hätte ich mir mehr versprochen denn das Buch wird bestimmt von vielen Betroffenen gekauft die sich damit Hilfe holen wollen.
Schade, da wurde viel Potenzial verschenkt.

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