Wir wollten doch nur frei sein / Sarbjit Athwal

Sarbjit wächst in London auf und muss sich den Traditionen der Sikh unterordnen. Zu Hause wird nur Patschabi gesprochen und sie versteht nicht ein Wort englisch als sie zur Schule kommt.
Nachdem sie schon zwei potenzielle Ehemänner abgelehnt hat heiratet sie den dritten Bewerber um ihrer Familie keine Schande zu bereiten. Nach der Hochzeit muss sie im Haus ihrer neuen Familie leben und darf ihre Eltern und Geschwister nur noch mit Erlaubnis ihrer Schwiegermutter, die das Regiment führt, besuchen. Ihre einzige Ansprechpartnerin ist ihre Schwägerin Surjit, die sich nicht wie sie den strengen Regeln unterordnet, was der Familie ein Dorn im Auge ist.
Nachdem sie dann ihren Mann verlassen möchte, ist ihr Schicksal besiegelt. Mit ihrer Schwiegermutter tritt sie eine Reise nach Indien an, von wo sie niemals mehr zurückkehren wird.
Für Sarbjit wird der Druck immer größer bis sie den Mut findet die Familie wegen Ehrenmord anzuzeigen.
Ein Buch das mir sehr gut gefallen hat. Die Geschichte um Sarbjit beginnt mit ihrer Geburt und endet nach der Urteilsverkündung. Ich fand es sehr gut dass man das Leben von Sarbjit von Geburt an kennen gelernt hat, denn nur so konnte man ihre Handlungsweise, die Europäern sehr fremd erscheint, nachvollziehen. Immer wieder gibt sie dem Leser Informationen welche Traditionen und Lebensweisen bei den Sikh üblich sind und was sie zu dem Menschen gemacht hat, der sie heute ist.
Als Frau hatte sie sich unterzuordnen und sogar die Männer der Familie konnten keine Entscheidungen ohne Zuspruch der Schwiegermutter treffen, die als sehr fromme Sikh ein hohes Ansehen in der Gemeinde hatte. Der Widerspruch ihrer Handlung zur Religion wird hier sehr deutlich und man begreift dass alles in der Gemeinschaft getan werden muss um Schande zu vermeiden. Aus diesem Grund finde ich es bewundernswert wie Sarbjit gehandelt hat und ich finde ihren Mut beachtenswert. Man mag sich gar nicht vorstellen welcher Druck auf ihr gelastet hat und man kann ihr nur wünschen das sie nicht wieder um ihr Leben fürchten muss wenn die Gefängnisstrafen abgelaufen sind und die Mörder wieder auf freiem Fuß sind.

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