Die Tochter des Medicus / Gerit Bertram 5/5


Gideon Morgenstern lebt und arbeitet zunächst in Italien und hat keine Verbindung mehr zu seinem Großvater in Deutschland, bei dem er nach dem Tod der Eltern aufgewachsen ist. Dann bekommt er einen Brief von einem Notar, in dem ihm mitgeteilt wird das der Großvater verstorben ist und ihn in seinem Testament bedacht hat. Gideon erfährt das er das Haus seines Großvaters erbt, aber nur unter der Bedingung das er einen alten Koffer mit Inhalt für immer aufbewahren muss.
Gideon nimmt das Erbe an und zieht nach Deutschland in das geerbte Haus, wo er dann auch zum ersten Mal neugierig wird und sich den Inhalt des Koffers anschaut. Er findet alte Fotos, ein Hochzeitsgewand und einige handgeschriebene Bücher, allerdings in hebräischer Sprache, die er nicht versteht.
Paula, eine Studentin übersetzt die Bücher für ihn und sie sind erstaunt über das Alter der Bücher. Sie stammen aus dem Jahr 1519 und beinhalten Tagebucheinträge einer Vorfahrin, die über ihr Leben und ihren Wunsch Ärztin zu werden, berichtet.
Gideon und Paula versinken so in der Lebensgeschichte das sich beider Leben von Grund auf ändert.
Dies ist mein erstes Buch von dem Autoren Duo Iris Klockmann und Peter Hoeft und bestimmt nicht mein letztes. Die Geschichte ereignet sich auf zwei Zeitebenen, der Hauptteil ist aber die Geschichte der Jüdin Alisah, die Tochter eines Medicus, die mit ihrer Familie in Regensburg lebt bis die Juden aus der Stadt vertrieben werden und sie mit wenigen anderen nach Frankfurt aufbricht.
Sie kommt dort bei einer Familie unter und arbeitet zunächst im Spital bis sie sich selbständig macht um ihr Ziel, Medica zu werden, zu erreichen.
Alisah ist eine starke junge Frau die mir sofort sympathisch war, ich habe mit ihr gelitten und mich mit ihr gefreut. Mit Spannung habe ich ihren Lebensweg und ihren Kampf verfolgt. Dabei lernt man sehr viel über das Leben du die Verfolgung der Juden im Mittelalter. Sehr interessant war auch zu lesen welche Heilmethoden damals angewandt wurden und wie weit die Medizin zu der damaligen Zeit schon war. ich war überrascht zu lesen das um 1500 schon die Diabetes bekannt war.
Alles ist sehr flüssig geschrieben und liest sich sehr leicht weg und hat mich dabei bestens unterhalten.
Schön finde ich auch das es am Ende des Buches ein Glossar gibt in dem die ganzen jüdischen Begriffe noch einmal erklärt werden. Aber keine Angst, es ist nicht nötig immer nachzuschlagen weil sich alles beim Lesen ergibt und gut verständlich ist.
Der Roman bekommt von mir glatte 5 Sterne und ich freue mich schon auf das nächste Buch des Duos.

Dieser Beitrag wurde unter Historisch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *