Das rote Halsband / Jean-Christophe Rufin 4/5

Die Geschichte spielt 1919, nach dem Ende des ersten Weltkriegs. Jacques Morlac hat für besondere Tapferkeit einen Orden bekommen, den er aber seinem Hund ans Halsband gesteckt hat, was ein schweres Vergehen darstellt. Deshalb sitzt er nun im Gefängnis und ein Offizier, in der Funktion eines Richters kommt um ihn nach seinen Beweggründen zu befragen. Die ganze Zeit über sitzt der Hund vor dem Gefängnis und bellt sich die Seele aus dem Leib.
Nur langsam beginnt Morlac über den Krieg und seine Meinung dazu zu erzählen. Der kriegsmüde Richter baut ihm Brücken damit er eine geringere Strafe bekommt, Morlac lehnt aber alle Hilfen ab.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist flüssig in einer klaren Sprache verfasst und stellt einen Appell gegen den Krieg dar. Eine Passage aus dem Buch, die ich gerne zitiere, macht Morlacs Meinung sehr deutlich.
„Er (Anmerkung von mir, es ist der Hund gemeint) besaß alle Eigenschaften die man von einem Soldaten erwartete. Er war treu bis in den Tod, tapfer und ohne Mitgefühl für den Feind. Für ihn bestand die Welt aus guten und bösen Menschen. Es gab ein Wort, um das auszudrücken: Er besaß keinerlei Menschlichkeit. Natürlich, er war ja ein Hund…. Aber wir waren ja keine Hunde, und von uns verlangte man das Gleiche. Die Auszeichnungen, die Orden, die öffentlichen Belobigungen, die Beförderungen, all das diente dazu, Handlungen von Tieren zu belohnen.“
Ein großes Plus an dem Buch ist dass Morlac nicht als Held dargestellt wird, eher im Gegenteil. Seinen treu ergebenen Hund behandelt er ebenso schlecht wie seine Frau und seinen Sohn. Es wird dadurch deutlich das alles zwei Seiten hat.

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