Die verschenkte Tochter / Tinga Horny 3,5/5

Tinga Horny wurde 1958 geboren und kurz danach von ihren chinesischen Eltern als Baby an ein Waisenhaus verschenkt. Tinga wurde dann von einem deutschen Ehepaar adoptiert und ist in einem kleinen bayrischen Dorf aufgewachsen. Zu der Zeit gab es noch nicht viele ausländische Kinder und mit ihrem asiatischen Aussehen hatte sie es schwer akzeptiert zu werden.
Sie hat es mit ihren Adoptiveltern gut getroffen und so hat sie sich nie groß Fragen nach ihrer wahren Herkunft gestellt. Dies ändert sich als ihr Vater stirbt und sie macht sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern.
Da sie nichts weiter hat als die Namen und die nicht einmal in einer eindeutigen Schreibweise, ist es kein leichtes Unterfangen, doch ihre Beharrlichkeit bringt sie ans Ziel. Als sie sich dann mit ihrem leiblichen Vater trifft gibt es eine Überraschung….
Tina Horny beschreibt in ihrem 180 Seiten Büchlein wie sie unter ständigen Sticheleien aufwächst. Dieser erste Teil, der gut die Hälfte des Buches einnimmt zeigt deutlich wie schwer es anders aussehende Kinder zu der Zeit hatten, die Gefühle von ihr kommen gut rüber. Mir war dieser Teil allerdings viel zu lang denn es wurde ständig alles, nur in anderen Worten, wiederholt.
Richtig interessant war dann erst die zweite Hälfte in dem beschrieben wird welcher Aufwand nötig war um ihre Herkunft zu ermitteln. Gefühlvoll war dann das Wiedersehen mit ihrem vermeintlichen Erzeuger, der inzwischen von seiner Frau getrennt ist, und dann das Treffen mit ihrer Mutter.
Ganz nebenbei lernt man auch noch etwas über die politischen Ereignisse zu der Zeit in China.
Gut und sachlich geschrieben, ich hätte aber lieber etwas mehr über ihre leiblichen Eltern gelesen als den langen Teil um ihre Kindheit, was aber sicherlich Geschmacksache ist.
Ich vergebe 3,5 Sterne.

Dieser Beitrag wurde unter Sachbücher / Erfahrungsberichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *