Die letzte Zeugin / Glenn Meade 5/5

Eins vorweg, dies ist der beste Thriller den ich seit langer, langer Zeit gelesen habe.
In dem Glauben das ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind wächst die traumatisierte zehnjährige Carla bei ihrer Großmutter in Amerika auf. 20 Jahre später ist sie glücklich verheiratet und schwanger als ihr Mann, ein berühmter. Konzertpianist, bei einem Anschlag ums Leben kommt. Carla begibt sich in Therapie und erhält dort das Tagebuch ihrer Mutter, das die ganze Wahrheit ans Licht bringt. Nach und nach kommen die Erinnerungen an ihre Kindheit zurück.
In dem Tagebuch erzählt Carlas Mutter wie sie ihren Mann kennen gelernt hat und wie glücklich sie waren bis der furchtbare Krieg im ehemaligen Jugoslawien begonnen hat.
Dies ist kein gewöhnlicher Thriller nach dem Muster „Gut und Böse jagen sich“, er ist ein Appell an die Menschen sich auf Menschlichkeit zu besinnen, fernab von kulturellen und religiösen Unterschieden.
Beim Lesen der Tagebucheinträge hatte ich immer wieder eine Gänsehaut und musste mich fragen wie grausam Menschen eigentlich sein können. Die Vorgänge über Schikane, Misshandlungen, Vergewaltigungen und Mord im Lager wurden so authentisch beschrieben das alles wie ein Film vor meinen Augen abgelaufen ist.
Glenn Meade ist es gelungen ein Stück Weltgeschichte mit einer fiktiven Geschichte zu verknüpfen und dies auf eine sehr realistische Weise. Viele seiner Informationen hat er von einer Frau, die selbst ähnliches erleben musste.
Die Charaktere wurden sehr gut herausgearbeitet und dabei wurde der innere Konflikt zwischen Gut und Böse sehr deutlich.
Die Story war von Anfang bis Ende spannend und hat mich gefesselt, wenn es mir auch manchmal auf Grund der Grausamkeiten schwer gefallen ist weiter zu lesen.
Als Carla am Ende das Versprechen ihrer Mutter eingelöst hat, habe ich dann doch kurz feuchte Augen bekommen. Ich kann das Buch an alle die nicht gerade schwache Nerven haben weiterempfehlen. Es lehrt dass manchmal auch das Gute über das Böse siegen kann, auch wenn es das Böse nicht ungeschehen macht.
Fünf Sterne sind für dieses Buch definitiv zu wenig.

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