Ich will doch bloß sterben, Papa / Michael Schofield 4/5



Jani kann mit zwei Jahren lesen, mit drei rechnen und ist mit vier auf dem geistigen Stand einer zwölfjährigen, doch sie hat auch eine andere Seite. Sie muss ständig beschäftigt werden, isst nur Fast Food und wird extrem gewalttätig wenn es nicht nach ihrem Kopf geht. Das geht so weit dass ihre Mutter sich zu ihrem eigenen Schutz in einem Zimmer einschließt weil sie große Angst vor ihrer Tochter hat. Ganz schlimm wird es als Janis Brüderchen geboren wird, die Eltern müssen um das Leben des Neugeborenen fürchten.
Vom Vater wird das Mädchen vergöttert und er hält sogar seine Frau für unfähig das Richtige für Jani zu tun.
Immer wieder wird betont welch hohen IQ ihre Tochter hat und sie wird schon als zukünftige Nobelpreisträgerin gesehen.
Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, ist interessant und schockiert zugleich. Die Familiengeschichte wird aus Sicht des Vaters erzählt und dabei wird immer deutlicher das er der eigentlich gestörte ist und Jani nie eine Chance hatte sich normal zu entwickeln. Nie durfte sie Kind sein und wurde ständig wie eine hochintelligente Erwachsene behandelt. Für mich ist es daher verständlich dass sich Jani in eine Fantasiewelt geflüchtet hat und einfach darin abtaucht wenn es ihr zu viel wird. Es ist auch kein Wunder das sie sich wie eine verwöhnte Göre aufführt und aus tickt wenn es nicht nach ihrem Kopf geht.
Im Alter von sechs Jahren wird Schizophrenie diagnostiziert. Ich weiß leider zu wenig über diese Erkrankung und kann nicht sagen wodurch sie hervor gerufen wird und es ist auch schwer über jemanden zu urteilen wenn man ihn nicht näher kennt. So wie sich der Vater hier darstellt hat er für mich zumindest einen großen Anteil an der Erkrankung.

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